Nachteilsausgleich

Als schwerbehindert gilt man ab einem GdB von 50. Nach dem Schwerbehindertengesetz bekommen Betroffene sogenannte Nachteilsausgleiche und Hilfen, um im Beruf, 
in Alltag und Gesellschaft nicht benachteiligt zu sein.

Nachteilsausgleiche ab einem GdB von 50%:

- Besonderer Kündigungsschutz nach Ablauf der Probezeit
- 1 Woche (5 Arbeitstage) Zusatzurlaub im Jahr
- Ablehnung von Überstunden und Mehrarbeit möglich
- Arbeitshilfen am Arbeitsplatz (z.B. rollstuhlgerecht, barierefrei)
- bevorzugte Berücksichtigung bei betrieblichen Fortbildungsmaßnahmen
- steuerfreie Pauschbeträge in Abhängigkeit von der Höhe des GdB
- ADAC-Mitgliedsbeitrag für die Hälfte des Normaltarif

Nachteilsausgleiche ab einem GdB von 70% und Merkzeichen "G" bzw "AG:

- alle oben genannten Nachteilsausgleiche
- Freifahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Eigenanteil 60€/Jahr)
- Kfz-Steuerermäßigung um ~ 12,5%
- bei beruflicher Nutzung des Kfz: bei Bedarf Beihilfe zum Kfz-Umbau
- Pauschbetrag vom Finanzamt für Fahrten bis 3000 km ohne Nachweis
- erhöhte Kilometerpauschale für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte 

Besonderer Kündigungsschutz:

- Kündigungsschutz gilt ab Antragstellung
- gilt nach Ablauf der Probezeit
- Arbeitgeber kann nur mit Zustimmung des Integrationsamtes kündigen
- Integrationsamt holt Stellungnahme des Betriebsrates, des Arbeitsamtes, der Schwerbehindertenvertretung und des Arbeitnehmers ein
- Nicht kündigen oder in Auflösungsvertrag einwilligen, ohne mit Fachleuten gesprochen zu haben!
- Regelung gilt nicht für Betriebe mit weniger als 4 Mitarbeitern

Besondere Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bezüglich der Nachteilsausgleiche sind möglich, man kann auf diese verzichten, allerdings nicht auf den besonderen Kündigungsschutz.

 

 
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